Haus der Wahrheit

wo jeder nach der Wahrheit suchen kann...

6 Fragen eines Buddhisten an Muslime!

Hier wird über Buddhismus als Religion diskutiert!

6 Fragen eines Buddhisten an Muslime!

Beitragvon Arthur » Do Okt 10, 2013 1:12 pm

Hallo,

die 5 Fragen an Buddhisten habe ich beantwortet.

Im Gegenzug möchte ich nun meine 6 Fragen stellen.
Vielleicht mag mir jemand antworten.
Aber:
Bitte keine ellenlangen Copy-and-Paste-Aufsätze von Dawa-Webseiten, eure persönliche Meinung interessiert mich!



6 Fragen eines Buddhisten an die Muslime

1. Im Koran lese ich: ...Schöpfung in 6 Tagen ...die Erde ausgebreitet...sieben Himmel, am untersten Himmel sind Lampen...die Sonne geht in einer schlammigen Quelle unter... Sonne und Mond laufen auf ihrer Bahn. In den Ahadith steht noch was von: ...in der Nacht ruht die Sonne unter Allahs Thron und wartet auf Erlaubnis, wieder aufgehen zu dürfen und im obersten Himmel gibt es Bergziegen...
Wenn ich das alles zusammenfasse, dann sehe ich ein frühmittelalterliches Weltbild von einem Autor, der keine Ahnung hatte, wie die Welt wirklich aussieht. Wäre hier ein rationaler, historischer Ansatz seitens der Muslime nicht besser, anstatt diese Unzulänglichkeiten im Nachhinein mit allerlei Wundern und abenteuerlichen Umdeutungen des Arabischen zu erklären?


2. In der Frage 3 an Buddhisten wird dem Buddhismus vorgeworfen, keine klaren Antworten und Definitionen zu liefern, während es im Islam diese Klarheit gäbe.
Ich sehe den Islam aber heillos zerstritten. Ständig behauptet eine Gruppe von einer anderen, das wären gar keine "richtigen" Muslime. Wie kann das sein, wenn alles so klar definiert ist?
In fast jedem islamischen Forum gibt es z.B. eine Rubrik Halal-Haram, wo Muslime Fragen stellen. Warum ist das nötig, wenn alles so klar ist?
Wozu die ganzen Fatwas zu allen mögliche Themen, wenn doch alles so klar definiert ist?
In einem anderen Forum las ich letztens die Frage: „Glauben wir Muslime eigentlich an Dinosaurier?“.
„Mensch Mädel“, hab ich gedacht, „besser kann man die totale Aufgabe des selbständigen Denkens nicht formulieren“.
Offensichtlich ist der Islam so dogmatisch, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, sich solche Dinge aus den Glaubensgrundsätzen herzuleiten. Stimmt das? (Im Buddhismus geht das übrigens sehr gut.)


3. Diskussionen mit Muslimen enden ziemlich schnell in der Feststellung, dass sich die wahre Bedeutung im Koran nur aus dem Arabischen ergibt. Aber offenbar ist Arabisch aber auch eine der ganz wenigen Sprachen, die man nicht übersetzten kann und nicht mal Muttersprachler sind heute in der Lage, den Koran vollständig sprachlich zu erfassen, da er in einem sehr altertümlichen Arabisch geschrieben ist. Das bedeutet letztlich für über eine Milliarde Muslime (zumindest die Nicht-Muttersprachler), das sie den Koran niemals in seiner wahren Bedeutung erfahren werden, sie sind Muslime 2. Klasse.
Im Buddhismus wurde von Anfang an großer Wert darauf gelegt (schon vom Buddha her), dass dem Sinn nach übersetzt wird, nicht nur den Worten nach (Indien war auch damals schon vielsprachig). Wieso glauben so viele Muslime an ein Buch, dessen Sinn sie doch niemals verstehen können? Am Inhalt des Buches kann es ja nicht liegen.

4. Nach dem Koran ist die einzige Sünde, die Allah nicht verzeiht, Shirk, richtig? Und Muslime werfen Christen oft vor, dass sie Jesus als Gott verehren, dazu gibt es hier im Forum ja eine ganze Reihe von Threads. Aber wie sieht es denn mit den Muslimen und Mohammed aus? Die Muslime sagen: Mohammed war fehlerlos, hat nie einen Fehler gemacht, Mohammed hat Wunder vollbracht (Mondspaltung, Nachtreise) und Mohammed war ein Auserwählter, Mohammed genießt diese absolute Verehrung von den Muslimen, dagegen scheint Allah ja nebensächlich zu sein, und wer Mohammed beleidigt, wird mit göttlichem Gebot bestraft und sie laufen herum mit T-Shirts auf denen steht: „Ich liebe meinen Propheten“ und nicht etwa „Ich liebe Allah“.
Für mich, als außen stehenden Buddhisten, wirkt die Vergöttlichung Mohammeds durch Muslime viel viel größer als die Vergöttlichung Jesu durch die Christen. Ich kenne z.B. keinen Christen der behauptet, Jesus wäre gänzlich fehlerlos gewesen, nicht mal der Papst sagt das. Fehlerlos sind nur Götter. Sollten die Muslime die Vergöttlichung Mohammeds nicht besser auf ein menschliches Maß zurückführen (z.B. Abschied vom Dogma der Unfehlbarkeit)?

5. Fast jeder Nicht-Muslim weiß, dass Muslime kein Schwein essen und Muslime legen sehr viel Wert darauf. Aber warum eigentlich? Es ist nur eins von mehreren Essensgeboten. Kaum ein Muslim hat ein Problem damit, vielleicht mal einen Burger bei McDonald's zu essen, viele trinken ab und zu einen Raki, viele geben kein ausreichendes Zakat, waren noch nie in Mekka, fasten nicht konsequent und beten nicht 5x am Tag, aber beim Schweinefleisch werden sie plötzlich zu fanatischen Taliban. Steht nicht im Koran: Allah liebt nicht die, die übertreiben? Mir kommt der Islam oft so vor: Für jedes Verhalten gibt es eine Ausnahme und Entschuldigung, Hauptsache man isst kein Schwein. Warum hat diese Nebensächlichkeit eine so große, ja elementare Bedeutung im Islam erhalten?

6. Der Hass vieler Muslime auf Andersgläubige (die nicht ahlu-kitab sind) ist offensichtlich. Die Buddha-Statuen von Bamiyan wurden von Muslimen gesprengt und ich habe in muslimischen Foren dazu eigentlich nur Zustimmung gelesen. Anfang letzten Jahres haben Muslime im Nationalmuseum der Malediven die komplette (vorislamische) buddhistische Kunst unwiederbringlich zerstört, im Sommer diesen Jahres wurden von Muslimen ein neunfacher Bombenanschlag in Bodh Gaya, dem Ort von Buddhas Erleuchtung und heiligste Stätte des Buddhismus, durchgeführt. Warum dieser Hass, warum diese Gewalt im Namen des Islam?
Arthur
 
Beiträge: 4
Registriert: Do Sep 26, 2013 1:56 pm

Re: 6 Fragen eines Buddhisten an Muslime!

Beitragvon Atlantis » Di Okt 15, 2013 5:50 pm

assalamu

und ein

Hallo.

1. Im Koran lese ich: ...Schöpfung in 6 Tagen ...

Was soll daran verkehrt sein? Das Wort welches in der Schöpgungsbericht benutzt wird, ist das Wort "Ayyam" (Plural) Tage, was nicht ausschließlich "Tage" im Sinne von (1Tag=24) bedeuten muss. Das Wort "Ayyam" kann auch Zeitperiode bedeutet, also eine sehr lange Zeitspanne. Was bitteschön soll nun daran verkehrt sein? Weder können wir aus dem Koran, noch von der Wissenschaft ableiten, wie viele Jahre die Erde in wirklichkeit erschaffen ist, bzw existiert. :)
die Erde ausgebreitet

Was soll das mit einem frühmittelalterliches Weltbild zu tun haben? Hat man früher geglaubt, dass die Erde sich ausbreitet bzw. sich ausgebreitet hat?
sieben Himmel

Meistens werden die 7 Himmeln von Islamkritikern als Gegenargument benutzt, um uns zu verdeutlichen, dass die 7 Himmeln was mit der Antike zu haben soll.

1) Wo ist der Beweis, dass diese nicht existieren?

2) Haben einige Völker angeblich den Himmel beobachtet, und haben 7 bewegliche Lichtkörper gesehen und diese dann als 7 Himmeln bezeichnet. Und so eine Geschichte sollen wir wirklich glauben? Der Sternenhimmel ist mit duzenten Sternen ausgeschmückt, und ausgerechnet haben se alle 7 Himmeln erkannt? :lol:

am untersten Himmel sind Lampen

Und was hat das mit einem frühmittelalterliches Weltbild wieder zu tun haben? Sind die Sterne nicht wie Lampen?
die Sonne geht in einer schlammigen Quelle unter

Ja, und die Sonne geht auch im Meer unter, wenn du verstehst, was ich meine. :grin:
n der Nacht ruht die Sonne unter Allahs Thron und wartet auf Erlaubnis, wieder aufgehen zu dürfen

Und du brauchst die Erlaubnis um zu leben, sonst wärst du bereits tot.
und im obersten Himmel gibt es Bergziegen...

1) Das steht nicht im Koran, sondern in der Sunna.
2) Dieser Hadith ist sowiet ich weiß, sehr schwach bis sogar erfunden. ;)

Wie man sieht, hat der Koran überhaupt nichts mit einem antiken Weltbild zu tun. Vieles kann man anders interpretieren (Koran), die antike Weltansicht, hingegen nicht.

Das wars fürs erste.

Gruß
Benutzeravatar
Atlantis
 
Beiträge: 45
Registriert: Do Jul 14, 2011 9:01 pm

Re: 6 Fragen eines Buddhisten an Muslime!

Beitragvon Arthur » Fr Okt 18, 2013 7:20 am

Hallo und vielen Dank!
Ich freue mich, dass überhaupt jemand geantwortet hat.


Was soll daran verkehrt sein?....Vieles kann man anders interpretieren (Koran)....

Verkehrt nicht, aber dann ist unglaublich ungenau formuliert.

Wenn im Koran steht "...sah die Sonne in einer schlammigen Quelle untergehen", dieses aber gleichzeitig auch heißen kann "...und es sah so aus als ob die Sonne im Meer untergeht", dann ist da schon ein bedeutender Unterschied in der Aussage. Ist es im Arabischen nicht möglich, diese Unterscheidung zu treffen?

Ich selbst habe wenig Probleme mit einer Interpretation. Auch in buddhistischen Texten gibt es hin und wieder Phantasiegeschichten oder nachträgliche Einschübe und kaum ein Buddhist hat Probleme damit, diese auch als solche zu benennen. Es sind eben historische Texte.

Aber es sind doch gerade die Muslime selbst, die sagen, am Koran dürfte kein Wort, nicht einmal ein Buchstabe geändert werden und eine Interpretation sei nicht erlaubt?
Arthur
 
Beiträge: 4
Registriert: Do Sep 26, 2013 1:56 pm

Re: 6 Fragen eines Buddhisten an Muslime!

Beitragvon Atlantis » Mo Okt 28, 2013 11:17 am

assalamu

und ein Hallo.

Ich habe momentan keine Zeit um zu antworten, deßwegen...
Wenn im Koran steht "...sah die Sonne in einer schlammigen Quelle untergehen", dieses aber gleichzeitig auch heißen kann "...und es sah so aus als ob die Sonne im Meer untergeht", dann ist da schon ein bedeutender Unterschied in der Aussage. Ist es im Arabischen nicht möglich, diese Unterscheidung zu treffen?


poste ich mal das Video von Korantube (Abu Bakr).
http://www.youtube.com/watch?v=mqd7-y3sZls
Ab min 07:08 wird auf das Thema eingegangen.

Sorry, die Arbeit hängt mir hinterher.. so dass ich kaum mehr Zeit habe um zu antworten.
Benutzeravatar
Atlantis
 
Beiträge: 45
Registriert: Do Jul 14, 2011 9:01 pm


Zurück zu Der Kern des Buddhismus!

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast